Bauchhirn - Darmhirn und unser Gehirn wie passt das zusammen?

Das Bauchhirn, Darmhirn - früher hieß es einfach nur unser gutes altes Bauchgefühl. Das Darmhirn ist jetzt in den Fokus der Wissenschaft gerückt und das gut. Die Erkenntnisse daraus können den Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen die als funktionell gelten wie Reizdarm oder Reizmagen

In der Naturheilkunde war ein gesunder Darm schon immer sehr wichtig und ein gutes Bauchgefühl auch. 

In diesem Artikel geht es aber erstmal um die Anatomie und welche Aufgaben unser Bauchhirn - Darmhirn hat. Keine Sorge es wird nicht allzu trocken - naja ein bisschen vielleicht. 


Es ist wichtig die Anatomie unseres Nervensystems und seine Aufgaben im Ansatz zu wissen. Dann versteht man besser wie es zu bestimmten Magen-Darm-Problemen kommen kann wie: 

  • Reizdarm
  • Reizmagen
  • Verstopfung, Durchfall
  • Blähungen, Völlegefühl, Sodbrennen 
  • Histaminunverträglichkeit
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien

In diesem Blog-Artikel werden die folgenden Fragen rund um das Thema Bauchhirn - Darmhirn beantwortet:

  • Kurzer Ausflug in die Anatomie - das menschliche Nervensystem?
  • Was ist das Bauchhirn - Darmhirn?
  • Wie kommuniziert unser Gehirn mit unserem Darmhirn - Bauchhirn?
  • Welche Aufgaben hat das Darmhirn - Bauchhirn?
  • Reizdarm - Konditionierung des Darmhirns?

Kurzer Ausflug in die Anatomie - das menschliche Nervensystem?

Das menschliche Nervensystem - eine Einteilung

Das menschliche Nervensystem wird in verschiedene Systeme unterteilt, aber nur auf dem Papier - in Wahrheit ist es ein wenig komplizierter. 

  • zentrales Nervensystem (ZNS) besteht aus Gehirn und Rückenmark
  • peripheres Nervensystem (PNS) sind die Nerven, die sich immer weiter im Körper verzweigen. 
  • somatisches Nervensystem (willkürliches Nervensystem)
  • vegetatives Nervensystem (unwillkürliches Nervensystem): Sympathikus und Parasympathikus
  • enterische Nervensystem (ENS) - Bauchhirn - Darmhirn

Somatische Nervensystem - willkürlich arbeitend

Dann wird es noch unterteilt in das Somatische Nervensystem, das willkürlich arbeitet wie z.B. das Laufen oder Singen. Wir können mit dem Somatischen Nervensystem bewusst etwas wahrnehmen wie Hören, Sehen, Geruch, Geschmack, Tasten und wir können unsere Bewegung steuern. Das Somatische Nervensystem nennt sich zwar willkürlich also das wir Einfluss nehmen können, aber das ist trügerisch. Wir können zwar unsere Augen schließen, um nicht mehr zu sehen oder unsere Ohren zuhalten um nichts mehr zu hören, bei Geschmack und Geruch gibt es jedoch Grenzen.

Das merken wir sehr schnell bei verdorbenen Speisen, die spucken wir sofort aus oder der Geruch lässt warnt uns schon. Das ist übrigens ein Reflex den wir nicht bewusst steuern - so viel zum willkürlichen Nervensystem.  


Das Vegetative Nervensystem

Das Vegetative Nervensystem ist das unwillkürlich arbeitende Nervensystem es regelt z.B. die Atmung, Herzschlag und Verdauung und vieles mehr. Das Vegetative Nervensystem, auch autonomes Nervensystem genannt, wird unterteilt in Sympathikus und Parasympathikus.

Der Sympathikus und die Verdauung

Der Sympathikus ist unter anderem wichtig wenn wir schnell reagieren müssen, weil unser Leben von abhängt. Früher war es der Säbelzahntiger – heute kann es z.B. ein Auto sein das wir beim überqueren der Straße übersehen haben. Unser Körper reagiert bevor wir es bewusst wahrgenommen haben. 

 

Leider wird unser Sympathikus aber auch durch Stress und Angst aktiviert und in der heutigen Zeit ist Stress ein Dauerthema und Ängste gibt es genug z.B. Jobverlustsangst, Ängste durch Reizüberflutung, Angst alleine zu bleiben. 

 

Der Sympathikus hat auf unsere Verdauung folgenden Einfluss und zwar wird der Verdauungsvorgang gestoppt. Da im Gefahren- bzw. Stressmodus die Verdauung keine Priorität hat. Die Durchblutung in den Verdauungsorganen wird gedrosselt zu Gunsten der Durchblutungen der Muskeln. Die Verdauungssäfte wie Speichel,  Bauchspeicheldrüsenenzyme und Gallesäure werden nicht mehr ausgeschüttet. Leider läuft die Produktion der Magensäure weiter, daher kommt es häufig zu Gastritis bei zu viel Stress.

Bei Gefahren übernimmt das Vegetative Nervensystem der Sympathikus - leider ist Stress für unseren Körper auch eine gewisse Gefahr - was bei Dauerstress zu körperlichen Problemen führen kann.  

Der Parasympathikus und die Verdauung

Der Parasympathikus ist unser Ruhenerv und Regenerationsnerv, obwohl das nicht ganz stimmt. Der Parasympathikus heißt Ruhenerv, weil er wenn wir uns ausruhen am besten arbeiten kann und dabei regeneriert

Ist der Parasympathikus aktiv kann die Verdauung beginnen, die Durchblutung im Darm wird gesteigert, alle Verdauungssäfte werden in Massen produziert und ausgeschüttet. Die Durchblutung von Kopf und den großen Muskeln wird gedrosselt, daher können wir nach dem Essen nicht mehr so gut denken oder rennen. 

 

Was der Parasympathikus leistet kann man beim Fasten sehr schön erleben. Da wir beim Fasten keine Nahrung zu uns nehmen - kann unser Körper sich auf das  Reparieren und Entgiften konzentrieren. Deshalb ist das Ruhen so wichtig.  

Was ist das Bauchhirn - Darmhirn?

Das Bauchhirn, Darmhirn ist das Enterische Nervensystem (Entero gleich Darm) und befindet sich in der Speiseröhre und und dem Magen-Darm-Trakt. Das Darmnervensystem besteht aus 400 bis 600 Millionen Nervenzellen. Das Darmhirn arbeitet mit den gleichen Neurotransmittern (Botenstoffen) wie unser Gehirn, die Funktionen können aber unterschiedlich sein. Ein Neurotransmitter der im Gehirn stimulierend wird, kann im Darmhirn hemmend wirken und umgekehrt.

Deshalb Vorsicht bei Selbstmedikation mit Pflanzen und Aminosäuren, die auf die Neurotransmitter des Darmhirns wirken.

Das Darmnervensystem besteht unter anderem aus zwei Nervengeflechten dem Plexus Auerbach und Meissner, (Plexus = netzartige Verbindung) zwischen den Plexen gibt es auch zahlreiche Nervale Verbindungen. 

Plexus Auerbach (myentericus) befindet sich zwischen Ring- und Längsmuskelschicht und steuert Motilität und Peristaltik von Speiseröhre, Magen und Darm.
Plexus Meissner (submucosus) befindet sich zwischen Schleimhaut und Muskelschicht . Steuert die Sekretion der Drüsen von Magen und Darm.  Reguliert die Bewegungen des Darmepithels  und immunologische Vorgänge. 

Motilität ist die nicht bewusst gesteuerten Bewegungen des menschlichen Körpers und seiner Organe.  

Peristaltik ist die Bewegung des Magen und Darms, bei der durch Zusammenziehen und Loslassen der Muskulatur die Nahrung weitertransportiert wird.

Das Darmhirn besitzt  wie unser Gehirn Neurone für die Sinneswahrnehmung, Interneurone und Motoneurone.

Die Aufgaben sind:

  • Sensorische Nerven registrieren (Sinneswahrnehmung): Wandspannung wie Dehnung, Druck und chemische Reize wie ph-Wert, Nährstoffe, Osmolarität und Zusammenpressen der Darmwand
  • Interneurone: Verschaltung, Reflexschaltkreise zwischen den Nerven (zum Beispiel bei Durchfall oder Erbrechen)
  • Motoneurone: Aktivität von Muskulatur, Schleimhaut, Blutgefäße, Immunzellen 

Das Erstaunliche ist, dass sich die Darmwand nachdem Zusammenpressen wieder in den ursprünglichen Spannungszustand bringt - was man sich therapeutisch bei der Viszeralen Osteopathie oder Bauchmassage zu nutze macht. 

Wie kommuniziert das Gehirn mit dem  Bauchhirn - Darmhirn?

Es gibt zwei Kommunikationswege je nach Richtung die  Darm-Hirn-Achse 90 % der Kommunikation oder  Hirn-Darm-Achse 10 % der Kommunikation. Das Darmhirn arbeitet überwiegend autonom. Es gibt nicht alle Reize sofort an das Gehirn weiter. Das soll auch so sein, denn von der Verdauung sollen wir eigentlich nichts mitbekommen. Erst bei Störungen wie eine Magen-Darm-Grippe gibt es Meldung an das Gehirn. Bei Symptome wie Reizdarm, Verstopfung oder Durchfall ist der Kommunikationsweg zum Gehirn als Standleitung gelegt, was nicht gut ist, da wir dadurch jede Regung im Darm spüren und oft auch als Schmerz registrieren, durch die Dauerstimulation an das Gehirn. 

 


Das Vegetative Nervensystem , Darmhirn, Hormone und Neurotransmitter sind an der Kommunikation Darm-Hirn-Achse oder  Hirn-Darm-Achse beteiligt:

 

Nerven Parasympathikus und Sympathikus:

  • Der Vagusnerv ist er bekanntestes Parasympathische Nerv und entspringt dem Gehirn. Der Vagusnerv innerviert oberer Verdauungstrakt bis zum Ileum und Anfang des Dickdarms.
  • Der Pelvicus Nerv entspringt dem Rückenmark und ist auch ein Parasympathische Nerv. Der Pelvicus Nerv innerviert Dickdarm und das Rektum und Harnblase und Geschlechtsorgane. . 
  • Der Splanchnicus  Nerv ist ein Sympathischer Nerv

Das Darmhirn - Bauchhirn

 

Hormone wie Cholecystokinin, Gastrin, Leptin, Gherlin u. a.

 

Neurotransmitter: Serotonin, Noradrenalin, Adrenalin u. a.

Welche Aufgaben hat das Darmhirn - Bauchhirn?

Nach dem Schlucken übernimmt zum großen Teil das Bauchhirn - Darmhirn. 

Unser Darmhirn hat vielfältige Aufgaben:

  • Peristaltik - es regelt den Transport der Nahrung
  • Verdauung durch Sekretion von Verdauungssäften wie Magensäure, Enzyme und Galle - Zusammenspiel der Organe
  • Motilität - die Eigenbewegungen unseres Magen-Darms
  • Absorption - Aufnahme von Eiweiße, Kohlenhydraten, Fetten, Vitamine, Mineralstoffen und Wasser 
  • lokale Durchblutung (Mikrozirkulation) 
  • Abwehrmechanismen - Immunsystem  80-90 % des Immunsystem sitzen im Darm
  • Speichert Erinnerungen“ 

Viele Informationen gelangen über den Vagusnerv ins Gehirn in die Kopfhirnregion, die für Emotionen zuständig ist, das sogenannte limbische System

Das Limbische System - beeinflusst die Verdauung und Gefühle

Das Limbische System besteht aus mehreren Strukturen unseres Gehirns.

Das Limbische System steuert die Funktionen:

  • Gedächtnis
  • Emotionen - Teil des Limbischen Systems die Amygdala
  • psycho- und lokomotorisch Antrieb
  • vegetative Regulation der Nahrungsaufnahme, Verdauung
  • Fortpflanzung 

Die Amygdala dient vor allem der Speicherung von Gedächtnisinhalten, die den Menschen emotional sehr bewegt haben

Gesunde Reaktion unseres Bauchhirn - Gehirn

Das bedeutet wenn es jemand nach einem Essen mal schlecht ging z.B. nach einer Fischvergiftung, dann wird er vermutlich erst mal keinen Fisch mehr essen.

Erst mal nicht schlimm…

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Unsere Erinnerung liefern unserem Gehirn Informationen, wie es in der Gegenwart und Zukunft Handeln soll

Reizdarm - Konditionierung des Darmhirns?

Wenn es uns mal schlecht geht nach dem Essen ist das in Ordnung. Es kann passieren das in dem Moment wir so viel Angst haben das unser Gehirn das als Erinnerung diese Essen in dieser Situation nicht gut also beim nächsten mal - Vorsicht.

Sollte das aber häufiger passieren -  fragt unser Gehirn nach ob die Situation so schon mal war, wenn ja dann kann es passieren, das es wieder schlecht geht und dann kann es zu einer Konditionierung kommen. 

Ist eine Komponente anders eine liebe Freundin ist dabei oder man ist in einem anderen Lokal, kann alles gut gehen.

Und das ist das Problem die meisten Reizdarm-Patienten haben das Gefühl das sie keinen Einfluss mehr auf ihren Körper haben. Um das un mehr geht es im nächsten Blog-Artikel. 


Sie wollen mehr über meine Therapien bei Problemen mit dem Darmhirn erfahren oder wollen gleich einen Termin ausmachen. Rufen Sie mich für ein kostenfreies, telefonisches Erstgespräch* unter 089 99162033 oder 0176 20015335 an. 

Bei mir stehen Sie im Mittelpunkt, gerne unterstütze ich Sie auf Ihrem neuen Weg.

 

Mit besten Grüßen für Ihre Gesundheit 

Ihre Heilpraktikerin Lena Brauer in München - Neuhausen

 

Ich werde in meinem nächsten Blog-Beitrag genau darauf eingehen. 

Also entweder regelmäßig reinschauen oder mir auf Facebook oder Instagram folgen - einfach nach Heilpraktikerin Lena Brauer suchen.