Stuhldiagnostik & Mikrobiomanalyse
Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder ein wechselnder Stuhlgang können viele verschiedene Ursachen haben. Nicht immer liegt das Problem allein in der Zusammensetzung der Darmbakterien.
Eine gezielte Stuhldiagnostik kann deshalb deutlich mehr zeigen als eine reine Mikrobiomanalyse: Sie kann Hinweise auf die Zusammensetzung des Mikrobioms, die Verdauungsleistung, Entzündungsprozesse, die Schleimhautfunktion sowie bestimmte Erreger und Parasiten geben.
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Stuhldiagnostik oder Mikrobiomanalyse – wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden häufig gleich verwendet. Medizinisch betrachtet handelt es sich jedoch um unterschiedliche Untersuchungen.
Mikrobiomanalyse
Bei einer Mikrobiomanalyse wird die Zusammensetzung der Darmbakterien untersucht. Dabei können unter anderem die Vielfalt und Verteilung verschiedener Bakteriengruppen betrachtet werden.
Das kann interessante Hinweise liefern – ist aber nur ein Teil des Gesamtbildes.
Stuhldiagnostik
Eine umfassendere Stuhldiagnostik kann je nach Fragestellung zusätzlich untersuchen:
Darmflora und Mikrobiom
Verdauungsleistung
Entzündungsmarker
Schleimhautfunktion
Immunparameter
Pilze und bestimmte Darmpathogene
Parasiten
Würmer und Wurmeier
Weitere stoffwechselbezogene Parameter
Welche Untersuchungen tatsächlich benötigt werden, hängt von Ihren Beschwerden und der diagnostischen Fragestellung ab.
Warum eine reine Mikrobiomanalyse häufig nicht ausreicht
Ein auffälliges oder verändertes Mikrobiom erklärt eine Beschwerde nicht automatisch.
Das Mikrobiom ist Teil eines komplexen Systems. Entscheidend ist deshalb nicht nur, welche Bakterien vorhanden sind, sondern auch, wie der Darm funktioniert und ob andere Faktoren zu den Beschwerden beitragen.
Beispielsweise können bei Verdauungsbeschwerden zusätzlich relevant sein:
Die Verdauungsleistung
Entzündungsprozesse
Die Darmschleimhaut
Bestimmte Erreger
Parasiten oder Würmer
Stoffwechselprodukte der Darmbakterien
Bestimmte Neurotransmitter und Metaboliten
Deshalb kann es sinnvoll sein, über die reine Mikrobiomanalyse hinauszuschauen.
Welche Untersuchungen können bei einer Stuhldiagnostik sinnvoll sein?
Die Auswahl erfolgt individuell. Je nach Beschwerden können beispielsweise folgende Bereiche untersucht werden:
Darmflora & Mikrobiom
Untersuchung der Zusammensetzung und Vielfalt des intestinalen Mikrobioms.
Verdauungsleistung
Hinweise darauf, wie gut Nahrungsbestandteile im Verdauungstrakt verarbeitet werden. Dabei können unter anderem Verdauungsrückstände und Parameter der Verdauungsfunktion betrachtet werden.
Entzündung & Schleimhaut
Je nach Fragestellung können Entzündungsmarker und Parameter zur Beurteilung der intestinalen Schleimhaut untersucht werden.
Pilze & Darmpathogene
Bei entsprechender Symptomatik kann gezielt nach bestimmten Erregern gesucht werden.
Parasiten & Würmer
Auch Parasiten müssen bei bestimmten Beschwerden oder entsprechenden Risikofaktoren berücksichtigt werden.
Je nach Fragestellung können beispielsweise Parasiten mittels PCR oder Würmer und Wurmeier untersucht werden. Bei biovis stehen dafür unterschiedliche Untersuchungsverfahren zur Verfügung.
Das kann insbesondere dann interessant sein, wenn Beschwerden nach Reisen, bei bestimmten Expositionen oder trotz anderer unauffälliger Untersuchungen bestehen.
Reizdarmprofil – wenn Verdauungsbeschwerden im Vordergrund stehen
Bei einem Reizdarm können verschiedene Faktoren zusammenspielen. Deshalb kann bei entsprechender Fragestellung eine weiterführende Diagnostik sinnvoll sein.
Ein spezielles Reizdarmprofil von biovis untersucht unter anderem Histamin, Tryptophan, Serotonin und GABA im stabilisierten Stuhl. Damit werden nicht nur klassische Darmparameter betrachtet, sondern auch bestimmte Neurotransmitter und Stoffwechselzusammenhänge.
Das Reizdarmprofil ist dabei kein Ersatz für eine umfassende Anamnese, sondern kann – wenn es zur individuellen Fragestellung passt – eine ergänzende diagnostische Information liefern.
Metabolom des Darms – was passiert mit den Stoffwechselprodukten?
Nicht nur die Zusammensetzung des Mikrobioms kann interessant sein. Auch die Stoffwechselprodukte, die im Darm entstehen, können zusätzliche Informationen liefern.
Bei der Metabolomdiagnostik können beispielsweise Stoffwechselprodukte wie kurzkettige Fettsäuren und weitere metabolische Parameter untersucht werden. Biovis führt hierfür unterschiedliche Stuhluntersuchungen und Profile.
Das kann insbesondere interessant sein, wenn trotz einer Mikrobiomanalyse noch Fragen offenbleiben oder ein funktioneller Zusammenhang genauer betrachtet werden soll.
Mikrobiom und Metabolom beantworten dabei unterschiedliche Fragen: Das Mikrobiom beschreibt vereinfacht gesagt, welche Mikroorganismen vorhanden sind. Das Metabolom gibt Hinweise darauf, welche Stoffwechselprodukte im Darm entstehen.
Wann ist eine Stuhldiagnostik sinnvoll?
Eine Stuhldiagnostik kann unter anderem bei folgenden Beschwerden sinnvoll sein:
Blähungen und Völlegefühl
Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
Durchfall oder Verstopfung
wechselnder Stuhlgang
Stuhldrang nach dem Essen
auffälliger Stuhl
wiederkehrende Verdauungsbeschwerden
Reizdarmbeschwerden
Verdacht auf eine gestörte Darmflora
Histaminproblematik
wiederkehrende Beschwerden nach Infektionen oder Reisen
Auch bei komplexeren Beschwerdebildern kann eine Stuhldiagnostik ein Baustein der weiterführenden Diagnostik sein.
Warum ich nicht einfach „das Mikrobiom“ testen lasse
Eine häufige Frage ist:
„Kann ich nicht einfach einen Mikrobiomtest machen und dann schauen, welche Bakterien mir fehlen?“
Ganz so einfach ist es nicht.
Ein Laborbefund kann zahlreiche auffällige Werte enthalten. Daraus ergibt sich aber nicht automatisch eine konkrete Therapie.
Ein einzelner niedriger oder erhöhter Bakterienwert bedeutet beispielsweise nicht zwangsläufig, dass genau dieses Bakterium ersetzt werden muss.
Entscheidend ist der Zusammenhang zwischen:
Beschwerden + Anamnese + Diagnostik + weiteren Laborwerten.
Deshalb wähle ich die Untersuchungen nicht nach dem Prinzip „möglichst viel testen“, sondern danach, welche Frage mit der Diagnostik beantwortet werden soll.
Sind Probiotika die Lösung?
Probiotika können bei bestimmten Beschwerden sinnvoll sein. Sie sind jedoch nicht automatisch die Lösung für ein auffälliges Mikrobiom.
Welche Bakterienstämme eingesetzt werden, in welcher Kombination und bei welcher Beschwerde, kann einen Unterschied machen. Nicht jedes Probiotikum ist für jede Situation geeignet.
Auch ein Mikrobiombefund bedeutet deshalb nicht automatisch:
„Diese Bakterien fehlen – nehmen Sie dieses Probiotikum.“
Die Auswahl sollte vielmehr zur individuellen Situation passen.
Die Diagnostik kann dabei helfen, zunächst besser zu verstehen, welche Faktoren bei Ihnen tatsächlich relevant sind, bevor eine gezielte Therapie begonnen wird.
Warum Sie eine Stuhldiagnostik nicht einfach selbst durchführen sollten
Stuhltests können heute relativ unkompliziert bestellt werden. Das Problem ist häufig nicht die Probenentnahme – sondern die Interpretation der Ergebnisse.
Ein Laborbefund enthält viele Einzelwerte. Ohne den Zusammenhang zu Beschwerden, Ernährung, Medikamenten, Vorerkrankungen und anderen diagnostischen Ergebnissen können einzelne Abweichungen leicht überbewertet werden.
Hinzu kommt: Nicht jeder Laborparameter ist bei jeder Fragestellung sinnvoll.
Deshalb beginnt die Stuhldiagnostik in meiner Praxis mit einem ausführlichen Ersttermin. Dabei klären wir:
Welche Beschwerden bestehen?
Seit wann bestehen sie?
Wie verändert sich der Stuhlgang?
Welche bisherigen Untersuchungen liegen vor?
Welche Therapien wurden bereits durchgeführt?
Gibt es Hinweise auf Infektionen, Unverträglichkeiten oder andere Zusammenhänge?
Welche diagnostische Frage soll beantwortet werden?
Erst danach wird entschieden, welche Laborparameter tatsächlich sinnvoll sind.
Wie läuft die Stuhldiagnostik in meiner Praxis ab?
1 | Ersttermin & Anamnese
Wir besprechen Ihre Beschwerden, deren Verlauf und relevante Vorerkrankungen sowie bisherige Untersuchungen und Therapien.
2 | Auswahl der passenden Diagnostik
Auf Grundlage Ihrer individuellen Situation wähle ich die Laborparameter aus, die zur jeweiligen Fragestellung passen.
3 | Stuhlprobe zu Hause
Sie erhalten die entsprechenden Testmaterialien und führen die Probenentnahme bequem zu Hause durch.
4 | Laboranalyse
Die Probe wird im jeweiligen Labor untersucht.
5 | Befundbesprechung
Die Ergebnisse werden nicht nur einzeln betrachtet, sondern in den Zusammenhang mit Ihren Beschwerden und der übrigen Diagnostik gestellt.
6 | Individuelle Therapieplanung
Wenn sich aus der Diagnostik konkrete Ansatzpunkte ergeben, können diese anschließend in einen individuellen Therapieplan einfließen.
Was kostet eine Stuhldiagnostik?
Die Kosten hängen vom Umfang der gewählten Diagnostik ab. Eine pauschale Aussage ist deshalb nur eingeschränkt möglich.
Die Kosten für die Labordiagnostik werden vor der Untersuchung mit Ihnen besprochen.
Die Kosten beziehen sich ausschließlich auf die Labordiagnostik. Die Kosten für Ersttermin, Befundbesprechung und gegebenenfalls weitere therapeutische Leistungen werden davon getrennt betrachtet.
Häufige Fragen zur Stuhldiagnostik & Mikrobiomanalyse
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Stuhldiagnostik für Sie sinnvoll ist, klären wir das gerne gemeinsam im Erstgespräch.
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Rufen Sie mich gern an. In einem kurzen Telefonat von wenigen Minuten klären wir Ihre Fragen zum Ablauf, zu den Kosten und dazu, ob mein Ansatz für Sie der richtige ist. Das Gespräch ist unverbindlich und kostenfrei. Ihre Beschwerden besprechen wir ausführlich im Ersttermin.
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